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Liebe Leserinnen, liebe Leser!


Sofern nicht anders angeführt, ist Andy Bigler (Genuss Autor, Blogger und Kolumnist) für alle Artikelinhalte verantwortlich!


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Freitag, 26. September 2014

Holz vs. Wein oder Wein vs. Holz ?!?



Wenn Barrique zum "Weinsarg" wird


Einige von Ihnen werden sich eventuell fragen, weshalb dieser Artikel nicht der Rubrik "Winzer & Weine" zugeordnet ist. Es handelt sich in diesem Fall um meine ganz persönliche Meinung, die nicht alle mit mir teilen werden und dafür gibt es die Rubrik "Ansichtssache".


Ich bin bei den so genannten Barrique-Weinen immer etwas vorsichtig und manchmal sogar ein wenig voreingenommen, denn Holzaromen, welche den Sortencharkter eines Weins verschleiern oder gar verdecken, mag ich gar nicht.

Das bedeutet nicht, ich würde Weine, welche in Barriques ausgebaut oder gelagert wurden, prinzipiell ablehnen. Manchen Rebsorten passt diese Art der Vinifizierung sogar sehr gut, vorausgesetzt, der Holzeinsatz erfolgt so, dass Wein- und Holzaromen eine harmonische Symbiose bilden können.

Einem extraktreichen, kräftigen Chardonnay passt eine entsprechende Vinifizierung in Barriques sogar sehr gut. Die Holzaromen binden sich im Lauf des Reifeprozesses sehr gut in die Gesamtstruktur des Weins ein und sorgen nach einigen Jahren für wahres Trinkvergnügen.


Vor einigen Tagen erhielt ich einen Chardonnay 2011, mit der Lagenbezeichnung Mariengarten, eines nicht ganz unbekannten, südsteirischen Winzers.


Das Rückenetikett enthält nicht nur die gesetzlich vorgeschriebenen Angaben, sonder auch eine Kurzbeschreibung des verwendeten Traubenmaterials und der Vinifizierung: Ausschließlich vollreife, gesunde Trauben werden in Stahltanks, großen Eichenfässern und neuen Barriques ausgebaut. Diese Kombination soll dem Wein Fruchttiefe und Aromavielfalt verleihen.

Die Farbe des Weins konnte mit einem kräftig leuchtendem Goldgelb überzeugen. In der Nase etwas schmelzig mit cremigen Vanille- und Kaffeearomen. Am Gaumen kräftig saftige Holzaromen mit spürbarem Toasting, etwas Zitrusfrucht, begleitet von Apfelaromen. Im Abgang ausladende Holzaromen mit Fruchtkomponenten (vom Wein?) und etwas Säure. Ein gewaltiger, sehr langer, holzbetonter Nachklang sorgte für einen traurigen Gesamteindruck. Jeder Wein bekommt von mir mindestens 2 Chancen, aber auch genügend Luft und Nachverkostungen an den beiden Folgetagen, konnten den Gesamteindruck dieses Chardonnays nicht aufwerten.

Nein danke, so etwas will ich nicht in meinem Glas haben, aber es muss wohl Menschen geben, die solche Weine mögen, sonst würden sie nicht produziert werden.


Beim Chardonnay - Mariengarten 2011 handelt es sich um eine "Supermarkt - Vinifizierung". Der Wein wurde im November 2013 von einem namhaften Fachmagazin mit "anständig" beurteilt und mit 15,1 von 20 Punkten bewertet. Zwischen den Zeilen gelesen; bereits damals etwas gebremste Trinkfreude.

Mich würde interessieren, zu welchem Urteil dieses Verkostungsteam bei einer aktuellen Nachverkostung käme!?!?!?


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