Statement Produktbeschreibungen


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Sofern nicht anders angeführt, ist Andy Bigler (Genuss Autor, Blogger und Kolumnist) für alle Artikelinhalte verantwortlich!


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Donnerstag, 22. Januar 2015

Tag des Friauler Weins in Wien; 20. Jänner 2015


Nachlese zur Präsentation im Museumsquartier


"Ganz oben, rechts außen am Stiefelschaft". Diese Antwort erhielt kürzlich ein Weininteressent, als er nach der geographischen Lage des Weinbaugebiets Friaul - Julisch Venetien fragte. Das mag eventuell nicht besonders wissenschaftlich klingen, aber es ist absolut hilfreich, um auf einer Landkarte fündig zu werden.



Vorab eine Kurzbeschreibung der Weinbauregion:

Friaul - Julisch Venetien grenzt im Norden an Österreich, im Osten an Slowenien, im Süden an die Adria und im Westen an die Region Venetien (Veneto).

Die Abhänge der Julischen Alpen bilden quasi ein Schutzschild vor Spätfrösten, denn die gefürchteten, eisigen Winde aus Russland und den Alpen werden dadurch stark abgeschwächt. Im Gegenzug sorgen warme Luftströme aus der venezianischen Lagune für wesentlich höhere Temperaturen, als im Hinterland.

Im Friaul gibt es zwar wesentlich mehr Niederschläge (Winter und Frühling) als beispielsweise in den österreichischen und deutschen Weinbaugebieten, aber die warmen Lagunenwinde sorgen für perfekte Luftzirkulation und so kommt es zu keinem Feuchtigkeitsstau. Die Sommermonate sind durchwegs heiß und trocken, dadurch wird auch relativ früh geerntet.

Die Böden sind locker, mineralisch und eher nährstoffarm, also ideal für Rebstöcke, die hier tief wurzeln und dadurch nicht im Wasser stehen und in Trockenperioden mit genügend Feuchtigkeit und Nährstoffen versorgt werden.

Zusammenfassend betrachtet, also ideale Grundvoraussetzungen für die Herstellung hochwertiger Weine.



Als langjährigem Besucher dieses Veranstaltung sind mir die immer wiederkehrende Qualitätsschwankung einiger Betriebe nicht verborgen geblieben. Die meisten Betriebe überzeugen jedoch durch kontinuierliche Top Qualität und beweisen, dass Weine dieser Region äußerst interessant und einzigartig sein können.


Dieser Betrieb konnte mit seinem Refosco DOC 2013 und der Cuvee Divinotello 2012 IGT (Merlot, Cabernet Sauvignon, Raboso) überzeugen. Beide Weine zeigten sich klar und reintönig, mit Terroir, Charme und Elegance. Zwei interessante Weine mit sehr gutem Preis- Leistungsverhältnis.


Der Friulano 2013 beeindruckte durch Sortentypizität (Heublume, Thymian, Magnolie), Kompaktheit mit guter Mineralik und einem stimmigen Abgang mit animierendem Nachklang.

Der Sauvignon DOC 2013 präsentierte sich vollreif, ohne unangenehme Breite, mit dezenten Stachelbeer- und Brennesselaromen. Sehr mineralisch und angenehm knackig, mit harmonischem Abgang.


Dieser Betrieb legt großen Wert auf Terroir, Sortentypizität, unverkennbaren Charakter und Eigenständigkeit seiner Weine. Seit vielen Jahren werden hier Spitzenweine gekeltert.

Der Ribolla Gialla DOC FCO 2013, sowie der Friulano DOC FCO 2013 und der Sauvignon DOC FCO 2013 zeigten Sortentypizität, Charakter und elegant charmante Stilistik. Trinkfreude und Genuss pur!

Auch der Refosco dal Peduncolo Rosso DOC FCO 2011 zählt zur Extraklasse. Klar, perfekt strukturiert, zarte Tannine, elegante Frucht. Saftig und charmant mit unverkennbarer Stilistik.

Der Pignolo DOC FCO 2008 war mit Abstand der beste Pignolo an diesem Tag. Rustikal aber doch elegant, viel Tannin aber doch samtig. Aromen von Lakritze, Nelke, Weichsel, Waldbeeren und Gartenkräutern. Harmonisch, saftig und lebendig, mit einem fantastischem Nachklang.


Ein innovativer Betrieb, der sich modern präsentiert. Trotz dieser modernen Aufmachung, wird auf klassischen Stil bei der Vinifizierung geachtet.

Collio Pinot Grigio 2013, Collio Zabura Friulano 2013 und Collio Sauvignon 2013 konnten mit klassischer Stilistik, guter Gesamtstruktur und absolut unverkennbarem Sortencharakter überzeugen. Trinkgenuss mit gutem Preis- Leistungsverhältnis.


Wahrhaftig, ein Aufsteigerbetrieb! Die Entwicklung bei Qualität und Stilistik mit unverkennbarem Sortencharakter zeigt steil nach oben. Keine fragwürdigen "Kellerexperimente", sondern saubere, klassische Handarbeit.

Der Sauvignon DOC 2013 zeigte Sortentypizität und Terroir vom Feinsten, mit Finesse und kompakter Gesamtstruktur. Einer der besten Weißweine dieser Veranstaltung.

Der Pignolo DOC 2009 mit seinem blumig, fruchtigem Duft, mit dezenten Röstaromen, war einer der Charmantesten. Die kompakte Gesamtstruktur präsentiert sich rund und harmonisch bis ans Ende des langen Abgangs. Pignolo, so wie er sein soll!



Fazit: Trotz einiger Enttäuschungen war es eine spannende Verkostung mit sehr viel guten und einigen wirklich ausgezeichneten Weinen.



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