Statement Produktbeschreibungen


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Sofern nicht anders angeführt, ist Andy Bigler (Genuss Autor, Blogger und Kolumnist) für alle Artikelinhalte verantwortlich!


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Montag, 30. März 2015

Winzerhof Sax (Langenlois - Kamptal)


Die "Zwillingslauser" auf der Überholspur

Die Zwillingsbrüder, Michi und Rudi, erblickten 1985 das Licht der Welt. Sie durchlebten, eine für heranwachsende Männer, ganz normale Kindheit, benahmen sich also manchmal ziemlich lausbubenhaft. Heute sind sie zwei erwachsene junge Männer, die wissen was sie wollen. Ihre Lausbubenzeit ist längst vorbei und aus ihrem Spitznamen "Zwillingslauser" haben sie einen Markennamen gemacht.



Das Familienweingut Sax existiert bereits seit 1660. Damals noch in Längenfeld beheimatet, wurde 1955 nach Langenlois übersiedelt, wo Michis und Rudis Großvater in der Walterstraße den neuen Winzerhof erbaute. Ihre Eltern bewirtschafteten von 1970 bis 2007 zirka 22 Hektar Rebfläche in den besten Langenloiser Lagen.

Michis Ausbildung an der VINO-HAK in Krems und jene von Rudi an der HBLA für Wein- u. Obstbau in Klosterneuburg, erwiesen sich bereits in den Anfängen ihres Wirkens als perfekte Grundlage zur erfolgreichen Führung eines Weinbaubetriebs.

Ich erinnere mich noch genau, es war 2003 als ich erstmals einen Sax-Wein im Glas hatte. Ein vor Energie förmlich sprühender junger Mann - es war Michi - berichtete, dass er seit einigen Tage den Führerschein besitze und daher sei das auch seine erste Veranstaltung, wo er ganz alleine präsentieren dürfe, weil er ja keinen Fahrer mehr brauche. Den Grünen Veltliner - Zwillingslauser im Glas, einen Lauser persönlich vor mir, das weckte meine Neugierde. Schon bald darauf fand mein erster Besuch am Weingut statt. Damals waren Michi und Rudi quasi noch die familiären Mitarbeiter und dass ihr Vater stolz auf sie ist und er auch vollstes Vertrauen in ihre Fähigkeiten hat, war unübersehbar.


Heute bewirtschaften Michi und Rudi 30 Hektar im Eigenertrag. Zusätzlich beziehen sie bestes Kamptaler Traubenmaterial - selektioniert nach ihren persönlichen, sehr hohen, Qualitätsansprüchen - aus zirka 20 Hektar Rebfläche. Nachhaltige Bewirtschaftung im Einklang mit der Natur und sorgfältige Handwerksarbeit im Keller sind für die Zwillingsbrüder selbstverständlich. Alle Weine sollen möglichst naturbelassen bleiben, so werden sie beispielsweise auch nicht mit zusätzlicher Kohlensäure angereichert.

Michi als der Wirtschaftsexperte, ist hauptsächlich mit Marketing- und Vertriebsaufgaben betraut, während Rudi Herr über Weingärten und Keller ist. Michi macht kein Hehl daraus, dass er gerne mehr Zeit in den Weingärten und im Keller zubringen würde, aber sein aufwendiger Arbeitsbereich, lässt das leider selten zu.


Wie auch immer, diese Arbeitsteilung sorgt für jährlich wiederkehrende Topqualität. Weinlinie und Stilistik haben durch die Übergabe an die Jungen keine unliebsame, experimentelle Modernisierung erfahren.

Auch Michi und Rudi sind dem Sax-Motto treu geblieben. Sie keltern sorten- und gebietstypische Weine, mit klassischer Stilistik. Alle Weine haben Charakter und jeder hat seinen eigenen, ganz persönlichen Charme.



  • Grüner Veltliner - Luftikus 2014:

Ein spritzig, fruchtiger Sortenvertreter, mit würzig, pfeffrigen Aromen in der Nase und einem Hauch von Äpfeln und dezenten Zitrustönen. Am Gaumen lebendig mit sehr gut ausgewogenem Frucht - Säurespiel. Der angenehme, mittellange Abgang zeigt bereits Harmonie und wird mit Trinkanimation vom Nachklang bestätigt. Mittlere Trinkreife mit Entwicklungspotential innerhalb der nächsten Monate. Quasi ein "Einsteiger GV", der Spaß und Freude vermittelt.


  • Grüner Veltliner - Kamptal DAC 2014:

Die Trauben stammen ausschließlich aus der Riede Spiegel (tiefgründiger Lössboden). In der Nase anfangs intensive Apfelaromen, mit einem Hauch von Quitten, ummantelt von würzig, pfeffrigen Noten. Am Gaumen kompakt, fein verwobene, kräftige Gesamtstruktur mit passendem Säuregerüst. Der Abgang überzeugt nicht nur mit Länge, sondern auch durch harmonische Kraft mit viel Lebendigkeit. Der Nachklang bestätigt den guten Trinkfluss. Beginnende Trinkreife mit sehr gutem Entwicklungs- und mittelfristigem Lagerpotential.


  • Grüner Veltliner Zwillingslauser - Kamptal DAC 2014:

Dieser Weingarten in der Riede Kittmannsberg wurde am Geburtstag der Zwillingsbrüder Michi und Rudi ausgepflanzt. Damit erklärt sich der Name dieses Weins von selbst. Die Spontanvergärung sorgte quasi für eine Extrabetonung aller Aromen. In der Nase würzig, pfeffrig mit einem Hauch von Steinobst und kühlen mineralischen Noten. Am Gaumen kräftig, kompakt, gut strukturiert mit passendem Säuregerüst und dezenter Mineralik. Langer, fein verwobener Abgang, mit Kraft und Charme. Der Nachklang vermittelt Lebendigkeit und verlangt nach mehr. Ein Langenloiser Grüner Veltliner der Extraklasse mit sehr gutem Potential.


  • Grüner Veltliner Alte Reben - Kamptal DAC Reserve 2013:

Diese Rebstöcke in der Riede Spiegel sind knapp 40 Jahre alt. Das hochreife, absolut gesunde Traubenmaterial wurde spontan in großen Akazienfässern vergoren (ohne Malolaktik). In der Nase weißer Pfeffer mit Aromen von reifen Mostbirnen, einem Hauch von Akazienhonig und herbaler Würze. Am Gaumen extraktreich kompakt, dicht und gut strukturiert mit angenehmer Säurebegleitung. Der sehr lange Abgang präsentiert sich trotz kräftigem Körper schlank und elegant. Der Nachklang klingt und klingt und klingt! Opulenter, eleganter Trinkfluss, mit beginnender Trinkreife und großartigem Potential.


  • Grüner Veltliner Panzaun 2011:

Der Schieferboden mit Lössauflage lässt Opulenz erwarten, die Spontanvergärung - klassisch ohne Malolaktik im Stahltank - wird wohl als Opulenzverstärker mitwirken?! 10% des Traubenmaterials wurde in kleinen Fässern mit Malolaktik vergoren. Anschließend erfolgte eine Zusammenführung beider Weine in großen Akazienfässern (≥ 3.000 l). Was wird den Verkoster jetzt erwarten?

Burgundische Stilistik mit einem Hauch von Akazienblüten, Nüssen, einem pfeffrigen Anklang und sehr dezenten Röstaromen. Am Gaumen präsentiert sich eine fast unbeschreibliche Aromenvielfalt eines Kräutergartens, verschnitten mit Walnüssen, frischem Pfeffer und einem Hauch vom Akazienhonig. Erstaunlich lebendige MIneralik und ein passendes Säuregerüst sorgen für eine perfekte Gesamtstruktur. Der sehr lange Abgang wird trotz seiner Fülle niemals breit oder gar plump. Er präsentiert sich elegant und charmant und der Nachklang sagt, "das ist Wein, bitte mehr"! Mittlere Trinkreife mit großem Zukunftspotential.


  • Riesling - Kamptal DAC 2014:

In der Nase merkliche Steinobstnoten, hauptsächlich Marille, begleitet von dezenten Melisse- und Minzetönen mit floralen Anklängen. Am Gaumen gute Harmonie von Frucht und Säure mit angenehmer Mineralik. Die gute Gesamtstruktur überzeugt auch im mittellangen Abgang. Der charmant anmutigende Nachklang hat noch einige Ecken und Kanten, die sich aufgrund des sehr guten Entwicklungspotentials aber innerhalb der nächsten Wochen harmonisch einbinden werden.


  • Riesling Reserve - Sommelieredition 2011:

Das selektionierte, zu hundert Prozent gesunde Traubenmaterial, wurde im 4.000 Liter Akazienfass spontan vergoren. In der Nase unverkennbare Steinobstaromatik mit etwas Akazienblüte und dezenter Kräuteraromatik. Am Gaumen kräftig, sehr gut strukturiert mit angenehmer Mineralik und perfekt passendem Säuregerüst. Der lange Abgang ist dicht, fein verwoben und von Harmonie geprägt. Der Nachklang vermittelt Lebendigkeit mit Finesse und Charme, was sofort zum nächsten Schluck überleitet. Der Wein hat Trinkreife mit viel Potential für die weitere Entwicklung und längerfristige Lagerung.

Anmerkung: Leider sind nur noch geringe Mengen verfügbar


  • Gelber Muskateller 2014:

Es war die Jungfernlese und das Ergebnis wurde mit großer Spannung erwartet. Die gekühlte Maischestandzeit mit anschließender Reinzuchthefegärung entpuppte sich als meisterliche Entscheidung. In der Nase glasklare, dezente Muskataromen, floral und frisch. Am Gaumen quicklebendig mit sehr gut eingebundenem Frucht - Säurespiel. Gute Gesamtstruktur mit passendem, mittellangem Abgang. Charmant und finessenreich bis ans Ende des Nachklangs. Beschwingte Lebendigkeit mit gutem Entwicklungspotential. Ein Muskateller wie er sein soll!


  • Weißburgunder 2013:

Traubenselektion aus der Riede Liss (Lössboden), Spontangärung im Stahltank. In der Nase nussig mit etwas Biskuit und einem Hauch von Nougat. Am Gaumen kräftig, dezent cremig und angenehm fruchtig mit passender Säurebegleitung. Der lange Abgang ist breit, gut strukturiert, zeigt viel Charme und die typische Elegance eines Burgunders. Der Nachklang, harmonisch und trinkanimierend. Der Wein verfügt über mittlere Trinkreife mit sehr gutem Entwicklungs- und Lagerpotential.



  • Privat Cuvee 2012:

Ein typischer Österreicher, 70% Zweigelt mit 30% Blauer Portugieser, klassisch ausgebaut. In der Nase Kirsch- und Weichselaromen, fein verwoben mit Waldbeerextrakten und etwas Kräuteraromatik. Am Gaumen gut strukturiert, Frucht und Tannine passen und bilden gemeinsam mit der dezenten Säure "trinkige" Harmonie. Der fein verwobene Abgang ist angenehm rund, mit passender Länge. Der Nachklang, stimmig und trinkanimierend. Trinkreifer Rotwein mit gutem Potential für seine weitere Entwicklung.


  • Zweigelt Classico 2012:

In der Nase reife Herzkirschen, Weichseln und dezente Schwarzbeeraromen mit einem Hauch von Zwetschken. Am Gaumen voluminös, mit perfekt eingebundenen Tanninen. Der fein verwobene Fruchtkörper wird von einem dezenten Säuregerüst harmonisch in den langen Abgang geleitet, der sich kräftig und finessenreich zu einem fast unglaublichen Finale steigert. Der Nachklang formt die Mundwinkel zu einem genüsslichen Lächeln, denn das ist ehrlicher Rotwein, mit dem Prädikat "Freudenspender". Trinkreifer Zweigelt mit sehr gutem Potential für seine weitere Zukunft.



Verkostungsnotizen vom 25.02.2015




Kommentare:

  1. und die weine dieses weinguts haben die wein im schloss - messe zu 100% aufgewertet.

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  2. Sehr gut geschrieben, interessante Weinbeschreibungen, ich kann dem allen nur zustimmen.

    Es macht immer wieder Freude Ihre Artikel zu lesen und es ist erfreulich, dass Sie über Betriebe berichten, die in den einschlägigen Magazinen eher wenig zu lesen ist.

    Liebe Grüße
    Karl Magerl aus Lackenhof

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