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Sofern nicht anders angeführt, ist Andy Bigler (Genuss Autor, Blogger und Kolumnist) für alle Artikelinhalte verantwortlich!


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Montag, 21. September 2015

Wer arbeitet ohne Pause im Weinkeller?



Der Sturm!

Im österreichischen Volksmund wird die voranschreitende Gärung frisch gepressten Traubenmosts oftmals mit dem Wort arbeiten bezeichnet. Dieses gärende, unfiltrierte Getränk, ist in Österreich als Sturm bekannt.



Spätestens Ende August offerieren viele unserer Wirtshäuser Sturm, mehr oder weniger süsslich schmeckend und das wochenlang unverändert. Mit echtem Sturm hat das nicht all zu viel zu tun, denn die ständig voranschreitende Gärung verändert den Sturm ebenfalls ständig. Aber man kann Sturm auch über einen längeren Zeitraum hinweg "niederhalten" (konservieren), so verändert er sich nur sehr langsam und schmeckt eher bescheiden.

Wie alle Sturm-GenießerInnen wissen, gibt es echten Sturm nur während der Lesezeit. Wir Österreicher suchen und finden immer Gründe zum Feiern, daher wird auch die Sturm-Zeit gebührend gefeiert. In allen Weinbauregionen werden Sturm-Feste veranstaltet. In Kellergassen, im Weingarten, auf Marktplätzen, in Pfarrhöfen, und, und, und; eben überall dort, wo sich größere Menschenmengen zusammenfinden können, die sich dem Sturm hingeben möchten.


Als Liebhaber des trüben, langsam vor sich hingärenden Traubenmosts, besuche auch ich das eine oder andere Sturmfest. So ein Sturm "auf der Schneid" (nicht süß, aber auch nicht sauer, mit Biss) ist einfach herrlich. Zwei Stunden zuvor war er noch "a bissal hatschat" (eher süßlich) und drei Stunden später kann er sogar schon "drüber" (gekippt, nicht mehr gut zu trinken) sein. Ja liebe LeserInnen, das liegt daran, dass der Sturm eben pausenlos arbeitet und da ist dann eben bald mal "zaummgramt" (aufgeräumt, fertig)! Das kann aber auch bedeuten, dass ein Konsument nach zu exzessivem Sturm-Konsum unpässlich ist und er nach einer "Sturmfettn" auch noch "Hohlraumsausen" bekommt ….

Nach diesen, nicht all zu ernst gemeinten, Erklärungen, erlaube ich mir noch eine persönliche Empfehlung. Die Sturm-Zeit hat gerade erst mal begonnen. Überzeugt Euch selbst von der Vielfältigkeit dieses Getränks, es bietet mindestens so viele Geschmacksmuster, wie der später daraus gewonnene Wein.


Noch ein nicht unwesentlicher Hinweis:

2 Speckbrote + 1 Sturm = bekömmlich,
mit maximal 4 Wiederholungen,
sonst kommt es möglicher Weise zur "Sturmfettn" samt Folgeerscheinungen ….
(funktioniert auch mit Surbraten, statt Speckbrot)




In diesem Sinn; Mahlzeit!

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