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Donnerstag, 3. Dezember 2015

Vinifero - Naturweine aus Italien


Enrico Bachechis Pop-up Shop in der Leopoldstadt


Natural Wines

oder auch Naturweine, davon liest und hört man in letzter Zeit immer wieder. Der eine oder andere Wein aus dieser Nische hat bereits Gefallen gefunden. Genau genommen ist so ein Naturwein nichts Neues. Als die Kellereitechnik noch nicht derart ausgereift war, wie sie es heute ist, gab es auch noch keine modernen Weinmacher. Alle waren mehr oder weniger gute Weinhandwerker. Mit fortschreitender Technisierung änderte sich die Weinstilistik. Wie in allen anderen Branchen auch, "besinnt" man sich plötzlich und bringt alt Bewährtes in neuer Aufmachung auf den Markt, in der Hoffnung, aus einem Hit könnte sich ein Hype entwickeln.


Der Önologe und seine Geschäftsidee


Angesichts dessen ist es auch nicht besonders überraschend, dass ein anerkannter Önologe, der sich voll und ganz zur Gewinnung von Naturweinen bekennt, einen Spezialitäten-Weinhandel gründet und einen Shop eröffnet.

Die Rede ist von Dottore Enrico Bachechi, der Brancheninsidern wohl bekannt ist. Bachechi hält sich seit zwei Jahren auch vermehrt in Österreich auf. Seine Liebe zu Naturweinen, speziell jener aus der Toscana, ist ebenso bekannt, wie seine Kompetenz im Bereich biodynamischer Weinbau mit natürlicher Vinifikation. Weine in denen Aromen von Mango, Banane und ähnlichen exotischen Früchten wahrnehmbar sind, bereiten ihm wenig Freude, denn ein Wein soll nach den Trauben schmecken aus denen er gekeltert wurde.

"Naturweine sind Weine für Entdecker", mit diesen Worten bekräftigt der Dottore seine Prinzipien.


Der Pop-up Shop

Um uns allen die Naturwein Entdeckungsreise ermöglichen zu können, eröffnete Bachechi den Vinifero Pop-up Shop in der Praterstraße 16.  

Jeder Internet User kennt sie, diese lästigen "popup windows", die plötzlich am Bildschirm auftauchen und Werbung beinhalten. Damit hat ein "popup store" allerdings nichts zu tun, denn genau genommen handelt es sich um ein Einzelhandelsgeschäft, welches kurzfristig in leeren Geschäftsräumen betrieben wird, so lange bis alle Waren verkauft sind. Für ein längerfristiges Geschäftsmodell also eher ungeeignet. So bleibt nur zu hoffen, dass sich die PR-Agentur bei der Bezeichnung des Geschäftsmodells etwas vergriffen hat.

Bei der Suche nach dem Geschäft sollte man sehr aufmerksam sein. Außer einem Barrique Fass vor dem Geschäft, weist nichts darauf hin, dass sich hier ein Weinhandel befindet. Die Fassade erlaubt die Frage, ist es doch ein "pop up store" oder ist sie nur noch nicht fertig gestaltet? Die Fassade und das traurig wirkende Fass machen alles andere als einen einladenden Eindruck. Schaufensterchen und Eingangstürchen lassen einen Blick ins Innere zu, das ein sehr puristisch ausgestattetes Kleinstlokal zeigt.

Draußen unscheinbar, drinnen extrem klein mit undefinierbarem oder etwas deutlicher ausgedrückt, keinem Ambiente.


Die Naturwein Entdeckungsreise


Die zirka 30 Weine, sorgfältig in Regalen eingeschlichtet, zeugen nicht nur von Ordnungsliebe, sie vermitteln zum ersten Mal das Gefühl sich in einer Vinothek zu befinden. Die angesprochene Naturwein Entdeckungsreise macht enormen Spaß, sorgt für großartige Überraschungen und lässt so manche Fragwürdigkeit bezüglich Geschäftslokal vergessen.



Wer selbst erfahren will, wie sich so eine Naturwein Entdeckungsreise gestaltet und was es alles zu entdecken gibt, kann das von Montag bis Samstag zwischen 15 und 21 Uhr machen.

Vinifero Pop-up Shop
Praterstraße 16
1020 Wien



Fazit: Winzige Vinothek mit fehlendem Flair, interessanten Naturweinen von italienischen bio- und biodynamischen Betrieben, die es wert sind in Ruhe verkostet zu werden. Ein Besuch lohnt sich, sofern keine längere Anreise erforderlich ist, denn alle Weine sind auch im Webshop erhältlich.

Kommentare:

  1. Der hat doch eher eine militante Einstellung zu Weinen, die nicht seiner persönlichen Einstellung zur Natur und zur Landwirtschaft entsprechen. Zumindest kommt mir das so vor.

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    1. Na ja, militant würde ich nicht sagen. Bachechi ist einfach ein bekennender Freund unverfälschter Weine und da kommt man schon mal in Konflikt mit jenen, die von Terroir und Sortentypizität reden und gleichzeitig auf modernste Technologie schwören, jeden ihrer Weine für den durchschnittlichen Einheitsgeschmack herrichten und dann auch noch mit Echtheit und Unverfälschtheit werben.

      Das heißt aber nicht, dass ich Herrn Bachechi in allen Belangen zustimme, denn z.B. ist an Gärung mit Reinzuchthefe nichts Verwerfliches und bei aller Liebe zu Naturweinen, wenn sie echte Weinfehler (wie z.B. Böxer) haben, taugen sie nichts, egal wie man sie nennt (ganz subjektiv und persönlich betrachtet).

      Die Hardliner der Naturweinszene sind da manchmal uneinsichtig, wenn es um Fehltöne geht, die man bei dieser Art von Weinen doch ziemlich oft vorfindet.



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