Statement Produktbeschreibungen


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Sofern nicht anders angeführt, ist Andy Bigler (Genuss Autor, Blogger und Kolumnist) für alle Artikelinhalte verantwortlich!


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Freitag, 18. April 2014

Zu jung oder nicht reif genug?

Ein paar Gedanken zu frischen, jungen Weinen:


Aus beruflichen Gründen beobachte ich die Entwicklung der heimischen Weinwirtschaft seit mehr als 20 Jahren.

Moderne Technologien und der allgemeine Grundgedanke der Nachhaltigkeit
haben sich weitgehend positiv ausgewirkt.
Die meisten Weingärten werden kontinuierlich und schonend gepflegt und in fast jedem heimischen Weinkeller ist absolute Sauberkeit eingekehrt. So ziemlich jeder Winzer hat erkannt, dass dies die Grundlagen für gute Weinqualitäten sind.

Modernste Technik, der professionelle Umgang mit dieser und das Bewusstsein dass Qualität und nicht Quantität gefragt ist, macht es zwar nicht unmöglich fehlerhafte Weine zu produzieren, aber "echte" Weinfehler kommen mir bei Verkostungen wesentlich seltener ins Glas als noch vor 10 bis 12 Jahren.

Das kann sich doch nur positiv auswirken? Ich persönlich kann dem nicht zu hundert Prozent zustimmen, denn die Entwicklung, dass die meisten klassisch ausgebauten Weine bereits Ende Februar, Anfang März auf Flaschen gefüllt werden und kurz darauf im Handel erhältlich sind, ist dem Geschmacksbild und der Typizität der jeweiligen Sorten oftmals nicht dienlich.

Viele Weine wirken "uniformiert". Uniformiert deshalb, da Sortentypizität und das oftmals erwähnte Terroir nicht in Erscheinung treten und verschiedene Weine eines Betriebs mehr oder weniger gleich schmecken. Teilweise stehen "dropsähnliche" Geschmäcker (Gletschereiszuckerl) und hefeartige Gerüche im Vordergrund, vermengt mit etwas grasigen Noten und kohlesäurelastigen Zitrustönen. Am Gaumen ist angeblich das Jugendliche deutlich merkbar. Ich erlaube mir aber zu behaupten, dass es sich sowohl beim Geruch, wie auch beim Geschmack, um fehlende Reife handelt. Einfach viel zu früh gefüllt!

Mit dieser Meinung will ich keines Falls negative Kritik an der Arbeit unserer Winzer üben, denn diese folgen mit ihrer "klassischen Linie" nur dem Wunsch der Konsumgesellschaft und die orientiert sich an unseren Informationen und es ist logisch und auch verständlich, dass kein Magazin Kostnotizen veröffentlichen würde, welche Aussagen wie "uniformiert" und "unreif" enthalten. Na ja, solche Weine sind aufgrund ihrer Jugend eben noch ein wenig "verschlossen" und verfügen über reichlich "Entwicklungspotential" mit bereits erkennbarem Sortencharakter, der spielerisch, elegant über unsere Gaumen gleitet; oder so in der Art …….

In diesem Sinn beende ich mein Statement mit den Worten: "Mögen Sie niemals Wein in Ihrem Glas haben, der Ihnen nicht mundet!"

Andy Bigler

"Berufstschecherant" und Kolumnist

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