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Sofern nicht anders angeführt, ist Andy Bigler (Genuss Autor, Blogger und Kolumnist) für alle Artikelinhalte verantwortlich!


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Freitag, 12. September 2014

Restaurant Wacholder

Am Jagdschlößle 4
D- 89520 Heidenheim an der Brenz


"Kochkunst mitten im Land der Spätzle und Saucen"


Eventuell werden sich jetzt einige LeserInnen fragen, weshalb ich schon wieder ein Lokal in Heidenheim vorstelle. Das ist schnell und einfach erklärt. Meine Partnerin stammt aus Heidenheim und unseren diesjährigen Sommerurlaub begannen wir genau hier. Da diese Gegend für mich persönlich eine Art kulinarische Wüste darstellt, was sich nicht auf die Lokaldichte bezieht, sondern viel mehr auf die Art der regionalen Küche, freut es mich um so mehr, wieder ein Lokal kennen gelernt zu haben, welches sich von der üblichen Spätzle-Saucen Küche abhebt.

Bereits der Eingangsbereich zeigt, dass hier Menschen am Werk sind, die mehr wollen, als Gäste abzuspeisen. Der gesamte Stil - eine Art  von Landhaus mit Beislkultur - vermittelt den Eindruck, dass hier mit viel Freude, Kreativität und Eigenständigkeit gewerkt wird. Küchengerüche der üblichen Art waren hier nicht wahrzunehmen, es duftete und zwar so, dass ich unweigerlich an heimische Naturgärten, Provence und Toskana denken musste.


Der Innenbereich des Lokals ist eher klein, aber dafür äußerst gemütlich gestaltet. Da es Anfang August noch sommerlich warm war, hatten wir aber einen Platz auf der schnuckeligen Veranda gewählt. Obwohl man hier nicht auf hippen Designerstühlen Platz nimmt, wirkt das gesamte Ambiente absolut stimmig und es ist sehr gemütlich. Bereits der Blick auf den Obstgarten, die Kräuterbeete und -töpfe animieren zum Relaxen und der Blick auf die direkt an den Garten angrenzende Brenz, bestätigt dieses Gefühl in jeder Hinsicht.

Angesichts dieser Eindrücke waren meine Erwartungen an die Küchenleistung doch ziemlich hoch. Mein Aperitif, ein so genannter Haustrunk, war derart köstlich, dass ich in meiner Erwartungshaltung bestärkt wurde.

Ich erlaube mir anzumerken, dass der Stil der gereichten Speisekarte absolut "undeutsch" war; handgeschrieben mit handgezeichnetem Logo, wild, kreativ aber leserlich geschrieben und das Speisenangebot war zu meiner persönlichen Freude so gar nicht schwäbisch.

Obwohl das Angebot überschaubar war, entstand die Qual der Wahl, daher fragte ich bei der sehr netten Bedienung ob es möglich sei, mir fünf bis sechs kleinere Gänge zu kreieren, um mir so einen geschmacklichen Gesamteindruck machen zu können.

Leider ließ sich das nicht machen, aber da wir zu fünft waren, wurde uns eine Vorspeisenplatte serviert. Diese Vorspeisen wurden meinen Erwartungen voll und ganz gerecht,   passend und raffiniert, mit frischen Kräutern gewürzt.

Als Hauptgang wählte ich das Duroc - Schwein mit feinem Sößle. Auch dieses Gericht hob sich von jeglichen Standardzubereitungen, wie sie in dieser Region üblich sind, eindrucksvoll ab. Medium, auf den Punkt gebracht, wie von mir gewünscht. Eine dezente Roquefortnote, zart unterlegt mit herbaler Kräuterwürze, war so zu sagen die Quintessenz am Gaumen, wo das zarte Fleisch förmlich auf der Zunge zerging.

Perfekte Konsistenz, perfekte Harmonie; Gaumen, was willst du mehr? Selbstverständlich den passenden Wein und auch dieser wurde uns serviert. Ein schöner knackiger Riesling vom Weingut Tesch - Weinbaugebiet Nahe, der Hauswein aus der Literflasche mit Topqualität.


Das Wacholder verdient es, die Bezeichnung Genießer- und Gourmetlokal zu tragen! Hier wird kreativ, unkonventionell und finessenreich gekocht, ohne Kompromisse und Zugeständnisse an irgend welche alt eingesessenen schwäbischen Konventionen!


Fazit: Küchenkunst auf hohem Niveau, im gemütlichen Ambiente, mit einem großartigen Preis- Leistungsverhältnis. Da lohnt sich sogar eine weite Anreise.


http://www.wacholderhdh.de

1 Kommentar:

  1. Wir sind im Juni in Heidenheim auf Tagung, da werden wir wohl in diesem Lokal reservieren müssen. Deine Begeisterung lässt mir gar keine andere Wahl.

    LG
    F. Guggenberger

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