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Sofern nicht anders angeführt, ist Andy Bigler (Genuss Autor, Blogger und Kolumnist) für alle Artikelinhalte verantwortlich!


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Freitag, 25. September 2015

Neues von F.M. Mayer Vitikultur


Kleiner Keller - große Weine!

Ja, es dreht sich hier alles um Franz-Michael, den Sohn des berühmtem Mayer am Pfarrplatz, oder besser gesagt, um seine aktuellen Weine der Jahrgänge 2014 und 2013.

Es ist bekannt, 2014 war in Österreich kein winzerfreundliches Weinjahr. Fast kein Betrieb blieb von Unwettern und Dauerregen verschont.

Auch Franz-Michaels Weingärten erlitten große Schäden, dem entsprechend gering war auch der gesamte Ernteertrag. Aber es wäre nicht Franz-Michael, würde er nicht immer bestrebt sein, das Beste aus seinen Trauben zu keltern. Auch mit seinen 2014er Weinen beweist Franz-Michael sehr eindrucksvoll, was er unter dem Begriff "großer Wein" versteht. Als Hommage an seinen Vater, kelterte er außerdem erstmals einen Riesling .....


Franz-Michael ist mit seinem ganzen Herzen Weinbauer. Was F.M. (so wird er von seinen Freunden genannt) unter einer gelungenen Symbiose aus Tradition und Fortschritt versteht, kann hier und auch in der Weinpresse nachgelesen werden. In jedem Fall sorgt Franz-Michaels Interpretation dieser Symbiose für äußerst genußreiche Weinverkostungen.


Unsere aktuelle Verkostung fand im alten Mayer-Keller statt, der seit Entstehung des neuen Kellers, nahe der Wiener Kuchelau, nur noch für derartige Zwecke genützt wird.

  • Wiener Gemischter Satz 2014:

Ein echter Wiener, ehrlich geradlinig und doch charmant. Um diesen Vorzeige-Wiener in Flaschen zu bekommen, bedurfte es akribischer Schwer- und Kleinarbeit, die bereits in den Weingärten begann. Kompromisslos wurde trotz zu erwartender kleiner Ernte auch 2014 qualitätsorientiert ausgedünnt. Diese rigorose Mengenreduktion hat sich gelohnt.  Reifes, gesundes Traubenmaterial wurde geerntet und verarbeitet.

Weißburgunder und Chardonnay harmonieren perfekt mit Veltliner, Riesling, Welschriesling, Sauvignon Blanc, Neuburger, Traminer und Rotgipfler. In der Nase zeigt sich diese Harmonie würzig und kräutrig, mit gelben Früchten, einem Hauch Holler und einem dezenten Nussaroma. Am Gaumen vollmundig, würziger Fruchtkörper, gut strukturiert mit knackiger, gut integrierter, Säure und angenehmer Mineralik. Der lange Abgang vermittelt guten Trinkfluss, zeigt einige charmante Ecken und Kanten und ist insgesamt sehr gut strukturiert. Der frech-fruchtige Körper zeigt im Nachklang nochmals seinen belebenden Charme, eben den echten Wiener Schmäh! Der Wein hat bereits angenehme Trinkreife, verfügt aber noch über sehr gutes Entwicklungspotential.


  • Weißer Riesling 2014:

Die Hommage an Franz-Michaels 2011 verstorbenen Vater, dessen Rieslinge bereits in den siebziger Jahren Kultstatus hatten.

Am 19. Oktober 2014 war Franz-Michaels erste Rieslingernte aus den Rieden Obere Schoss und Burgstall (im Besitz eines seiner besten Freunde). Die kleine Erntemenge war von bester Qualität, hochreif und botrytisfrei. Die optimale Ausgangssituation für einen sauberen, reintönigen Riesling. In der Nase dezente Steinobstaromen (Weingartenpfirsich, etwas Marille), ein Hauch von Honigmelonen und sehr dezente Kräuterwürze. Am Gaumen eleganter Fruchtkörper mit feingliedriger Mineralik, sehr gut strukturiert mit passenden Säuregerüst.
Der erwartete lange Abgang entpuppte sich als sehr langer Abgang, gut strukturiert, feingliedrig und harmonisch, mit einigen dezenten Ecken und Kanten, die für charmante Frische sorgen. Der Nachklang gleicht einer Konzerthalle, Musik für den Gaumen. Ein erstklassiger Nussberger-Riesling mit beginnender Trinkreife und viel Potential für seine Entwicklung und Lagerung.


  • No5 PinoSE(millon) Cuvee 2014:

Wie der Name erahnen lässt, ist dies die fünfte Weinkreation aus Franz-Michaels weißen Burgundersorten (50% Chardonnay, 20% Weißburgunder, 5% Grauburgunder) und 25% SE (Sémillon). Die Lese der besten Trauben für diese Cuvee fand am 2. November statt. Ausbau und Reifung erfolgte in Allier-Fässern (2. Füllung).

Die Schlieren am Glasrand zeigen deutlich, dass dieser Wein Extraktreichtum besitzt. Die Nase bestätigt diesen Ersteindruck sofort. Feine Karamelnoten mit Aromen von Lindenblüten, Wiesenhonig, etwas Bourbon-Vanille und Nussaromen umgarnen die Nase, begleitet von lebendig eleganter Frische. Am Gaumen feingliedriger Fruchtkörper mit passend animierendem Säurespiel. Der Abgang strotzt vor Kraft. Ohne kitschige Breite zeigt er dabei seine gut strukturierte Länge, die erstaunlich viel charmante Frische und Elegance in sich hat. Der Nachklang verlangt schlicht und einfach nach dem nächsten Schluck. Angesichts der angenehmen Trinkreife sollte man aber trotzdem das vorhandene Potential nicht vergessen, denn dieses verspricht noch größeren Trinkgenuss in einigen Jahren!


  • Sémio Creation 2013:

Die Rebsorte Sémillon genießt in Frankreich den Status "Königin der Weißweine" und zählt auch in der "Neuen Welt" zu den Hauptsorten, während sie in Österreich nur von einigen Winzern ausgepflanzt wurde. Franz- Michael ist nicht nur der österreichische Sémillon-Pionier, er hat mit der Bepflanzung der Riede Unger (vorwiegend Muschelkalk Boden) auch die perfekten Wachstumsbedingungen für diese königliche Rebsorte geschaffen.

Ich durfte den 2013er bereits kurz nach seiner Flaschenfüllung im August letzten Jahres verkosten und war bereits damals begeistert. Nun, wo ihm ein Jahr Ruhe mit Reifung gegönnt war, zeigte sich unmissverständlich, was diese Rebsorte zu bieten hat.

In der Nase ausgewogene Fruchtkomponenten von saftigen Birnen, roten Stachelbeeren, einem Hauch Exotik und Feuerstein-Mineralik. Am Gaumen extraktreich und mineralisch, mit feingliedrigem Fruchtkörper, eingebettet in ein perfekt passendes Säuregerüst. Der lange Abgang mit sehr guter Struktur gestaltet sich elegant und charmant belebend. Der Nachklang bestätigt, was Nase und Gaumen erahnen ließen, dieses Jahr der Reifung machte aus einem sehr guten Wein, einen großen Wein! Es ist aber noch immer viel Potential vorhanden, ein guter Grund, einige Flaschen weiterhin zu lagern, um die fortschreitende Entwicklung dieses "F.M.-Sémillon" miterleben zu können!


  • Francisco Miguel 2013:

Der Bezeichnung entsprechend hat dieser reinsortige Chardonnay einen Anteil von zirka 60% Mendoza-Chardonnay (argentinische Setzlinge), kombiniert mit französischen Chardonnay-Typen. Die Rebstöcke befinden sich in den Rieden Unger und Preussen.

Auch diesen Wein konnte ich bereits vor einem Jahr verkosten, wo er beginnende Trinkreife, mit merklich gutem Potential, hatte. Auch in diesem Fall zeigte sich, dass entsprechende Reifezeit für die wahre Größe eines guten Weins, von Bedeutung ist.

In der Nase ein dezenter Exotikfruchtgarten, harmonisch verwoben mit reifen Äpfeln und einem sehr dezenten Hauch von Vanille. Am Gaumen eleganter Fruchtkörper, fein schmelzig und saftig, mit sehr gut eingebundenem Säuregerüst. Der lange Abgang gestaltet sich finessenreich, kompakt und elegant. Der Nachklang fordert sofort nach dem nächsten Kostschluck, um diese Entwicklung nochmals erleben zu dürfen. Trotzdem, einige Flaschen lagern, denn es ist noch immer viel Potential vorhanden!


  • Schönin * 1863 - Gemischter Satz - Vintage 2013

Franz-Michaels neueste Weinstilistik!

1863 bezieht sich auf die erste urkundliche Erwähnung der Winzerfamilie Mayer. Die schönste F.M.-Lage stellt die Top-Riede Goaskeller dar, aus der Anfang Oktober 2013 dieser Gemischte Satz der anderen Art gelesen wurde. 50% "sChönin" (Chenin Blanc), 30% Mendoza-Chardonnay, 20% Neuburger. Der Ausbau erfolgte klassisch und in Bertranges- Barriques.

Die Nase wird explosionsartig, aber sehr charmant, mit exotischen Fruchtaromen umgarnt, die harmonisch mit apfelig, nussigen Aromen  und einem Hauch von Feuerstein verschmelzen. Am Gaumen gut strukturiert, mit einem Hauch Exotik und feingliedriger Mineralik, getragen von einem dezenten, gut passendem, Säuregerüst. Der kompakte, gut strukturierte Abgang zeigt noch einige charmante Ecken und Kanten mit belebender Frische. Seine Länge ist beachtlich, was im Nachklang bestätigt wird. Dieser Gemischte Satz hat beginnende Trinkreife mit sehr gutem Entwicklungs- und Lagerpotential.


Fazit: Franz-Michael Mayer lebt das Handwerk des Winzers mit Herz und Seele. Für ihn zählt ausschließlich beste Qualität seiner Weine, Charakter und Terroir mit unverkennbarer "F.M.-Stilistik". Alles im Einklang mit der Natur und der gekonnten Verschmelzung aus Tradition und moderner Technologie. Oder kurz gesagt, "kleiner Keller - große Weine"


Verkostungsnotizen vom September 2015

http://www.fm-vitikultur.at


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